KREATIVLABOR FüR DIE ZUKUNFT:
Berlin braucht die dauerhafte Kunsthalle!

Statement des Landesverbandes Berliner Galerien e.V. (LVBG)

Braucht Berlin eine dauerhafte Kunsthalle? Diese in den letzten zwei Jahren quer durch alle politischen und kulturell interessierten Fraktionen unstrittig bejahte Frage bekommt aktuell einmal mehr Schlagseite.

Grund hierfür ist nicht nur die Wirtschaftskrise im Allgemeinen und die Haushaltsverschuldung Berlins im Besonderen - dies erschwert höchstens die Diskussion - sondern die Gründe sind eher zu suchen:

• in einer verfehlt geführten Diskussion zum Erfolg oder Nichterfolg der so genannten "Temporären Kunsthalle" auf dem Berliner Schlossplatz, die immer angetreten war, innerhalb von zwei Jahren das Konzept und den Standort der dauerhaften Kunsthalle laborhaft zu diskutieren, aber nicht um ein Modell vorzustellen.
• in einer populistischen Klientelpolitik von Teilen der Politischen Parteien, die vor allem im Wahlkampf meinten, "Soziales" gegen "Kultur" in Stellung bringen zu müssen.
• im politischen Hauruck-Verfahren der Entscheidung, Etatisierung und der schlechten kulturpolitischen Vermittlung zum Bau der dauerhaften Kunsthalle; inklusive der zwar nachvollziehbaren aber trotzdem umstrittenen Präferierung eines bestimmten Standortes.
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Künstler und Galeristen sind im besten Sinne "Think Tanks" der kulturellen Entwicklung und Reflektion. Eine Kulturmetropole wie Berlin - will sie zukunftsfähig sein - braucht neben den vielfältigen Galerie-Präsentationen, aber geringen zeitgenössischen Museumspräsentationen, einen Ort für Ausstellungen, der die Berliner Produktion nobilitiert sowie herausragende künstlerische Persönlichkeiten, die bereits in der Stadt leben und wirken, in ein besonderes Licht der öffentlichkeit und des Kunstdiskurses stellt.

Berlin braucht die Kunsthalle - Berlin braucht ein Labor für die Zukunft!
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• Der LVBG appelliert vorrangig an die Berliner Regierungsparteien, aber auch an alle anderen Fraktionen, die Planung für den Aufbau der dauerhaften Kunsthalle zu unterstützen.

• Der LVBG fordert die Bereitstellung der notwendigen Vorlaufkosten im Rahmen des Kultur- und Haushaltsausschusses. Dies halten wir für absolut notwendig, um den konzeptuellen Diskussionsprozess und die bereits angesetzte Realisierung im geplanten Zeitrahmen zu ermöglichen.

Der LVBG hat sich frühzeitig für die "Temporäre Kunsthalle" als Versuchslabor für die politisch zugesagte, dauerhafte Kunsthalle engagiert. Das außergewöhnliche privatwirtschaftliche Engagement durch Herrn Dieter Rosenkranz - für das ihm großer Dank gebührt - war immer damit verbunden, die zwei projektierten Jahre des Bestehens im System von "try and error" als Plattform der konzeptuellen Ausrichtung der zukünftigen dauerhaften Kunsthalle zu gestalten, und nicht bereits nach einem Jahr den Stab zu brechen.
Nach einem Jahr - auch der kritischen medialen und künstlerischen Wahrnehmung - kann das gewählte Kuratorenkonzept als gescheitert angesehen werden. Die engagierten vier Kuratoren haben zwar die von ihnen bevorzugten Künstlerpositionen realisieren können, aber kaum das sie in der Kritik standen, haben sich sich gepflegt in die Büsche geschlagen.
Im zweiten Jahr - mit verbessertem Ausstellungs- und Besucherkonzept - sollte die "Temporäre Kunsthalle" durchaus als eine Plattform für die Entwicklung der Konzeption der dauerhaften Kunsthalle genutzt werden.

Resultierend aus diesen Erfahrungen fordert der LVBG für die dauerhafte Kunsthalle die Installierung eines Intendantenmodells.

Diese Intendanz sollte dazu in der Lage sein, international auf hohem künstlerischen und kuratorischen Niveau, Akzente und Themen zu setzen; wie jüngst auch der Internationale Kunstkritikerverband "aica" in seinem positiven Statement für die dauerhafte Kunsthalle in Berlin forderte.
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Im logischen Schluß dieser Erfahrungen und bestätigt durch den enormen Zuspruch, kann daher die Forderung nur lauten:

Berlin braucht die dauerhafte Kunsthalle!

gez. der Vorstand
(W. Tammen, M.Deschler, K.-D. Brennecke, W. Lieser, C. Wagner, G. Weise)

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