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Berlin Daily 01.10.2020
Carbon Dreams

18h: Katalogpräsentation "Carbon Dreams" + Film "Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann" + Gespräch Helke Misselwitz mit Dr. Claus Löser sowie den Kuratorinnen von „Carbon Dreams“. (anmld.)
WABE | Danziger Straße 105, 10405 Berlin

4. berlin biennale für zeitgenössische kunst (25.03. – 28.05.2006)

von ch (24.03.2006)


Ausstellungsbesprechung: Trotz gewisser Ermüdungserscheinungen bezüglich inflationär gezeigter Großausstellungen tritt bei der 4. berlin biennale genau der gegenteilige Effekt ein: man will noch mehr sehen!

berlin


Nach 18 Monaten Vorbereitungszeit und verschiednen künstlerischen Aktivitäten im Vorfeld ist es endlich soweit: Die von dem Künstler Maurizio Cattelan, dem Kurator und Kunstkritiker Massimiliano Gioni und der Kuratorin Ali Subotnick kuratierte 4. berlin biennale "Von Mäusen und Menschen" hat eröffnet. Über 70 künstlerische Positionen werden an verschiedenen Orten entlang der Auguststraße gezeigt: in Privatwohnungen, einer ehemaligen Schule, einem Ballsaal, einer Kirche, einem Friedhof und den Kunstwerken e.V. Ein übergeordnetes Ausstellungsthema fehlt, dennoch entsteht mit Blick auf die Zusammenstellung der ausgewählten Arbeiten kein Gefühl von Willkürlichkeit. Stattdessen entwickeln sich Stränge, die an den unterschiedlichen Ausstellungsorten immer wieder auftauchen bzw. durch die Künstler mit verschiedenen Medien und in unterschiedlichen Disziplinen thematisiert werden: Es werden alltägliche Geschichten erzählt, die von Angst, Einsamkeit und Gefahr handeln. Imaginäre Universen lassen künstliche Momente auftauchen und ins Ungewisse verschwinden. Physische und psychische Zustände werden zur Reflektionsebene von Vergangenheit und Gegenwart. Stimmungen vermitteln Erinnerungen. Religiöse Motive stehen erstarrten Riten gegenüber oder heben sich gegenseitig auf. So entsteht ein Parcours der Bewußtmachung.

berlin


Viele der Arbeiten changieren - mal spielerisch mal existentiell - zwischen Kunst- und Lebenserfahrung, ohne dabei (bis auf wenige Ausnahmen) als Banalitäten zu verflachen. Weder die Ausstellungsmacher noch die Künstler versuchen, Gewissheiten zu vermitteln. Vielmehr geht es um das Aufscheinen von Bewußtseinszuständen zwischen Realität und Fiktion. Die Auguststraße erweist sich hierbei mit ihrer Historie und ihrer gegenwärtigen Bedeutung im Stadtkontext als idealer Nährboden.

berlin


Auch wenn hinter vorgehaltetner Hand die ersten Kritikerstimmen verlauten lassen, dass das Konzept nicht mehr ganz so neu und der Charme heruntergekommener Räumlichkeiten langsam verflogen ist, ist es eine durchweg gelungene Ausstellung.

Demnächst folgen an dieser Stelle Besprechungen zu einzelnen Kunstwerken.

Öffnungszeiten: Di-So 12-19 Uhr, Do 12-21 Uhr, Mo geschl.
12 Orte entlang der Auguststraße
Weitere Infos + Ortsangaben, siehe: www.berlinbiennale.de

ch

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Presse: Hallräume der Kunst Tobias Timm / DIE ZEIT, 03.04.2008a

Presse: Banal oder subtil? Carsten Probst / Deutschlandfunk (5.4.2008)

Presse: Lieber artig als großartig Brigitte Werneburg / TAZ (5.4.08)

Presse: Was hinter der Faust haust Niklas Maak / FAZ (4.4.08)

Presse: Auf der Schulter der Moderne Elke Buhr / FR-online (4.4.08)

Presse: Der Kiez wird schwarzweiß Swantje Karich / Frankfurter Allgemeine FAZ Net (10.6.10)

Presse: Die Wirklichkeit spricht Körpersprache Karin Schulze / Spiegel Online (10.6.10)

Presse: Seismogramme der Verwerfungen Volkmar Draeger / Neues Deutschland (11.6.10)

Presse: Draußen wartet die Wirklichkeit NINA APIN & ULRICH GUTMAIR / TAZ (12.6.10)

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