R. Bittner: Porträt Otto Nagel | Berlin, um 1930 © Stadtmuseum Berlin | Foto: Michael Setzpfandt

Bereits in den vergangenen Jahren hat die Berliner Sparkasse dem Stadtmuseum Berlin Werke des Berliner Malers Otto Nagel (1894-1967) aus ihrem Kunstbesitz übereignet. Jetzt wurden die 40 Pastelle und Gemälde, die im Zeitraum von den frühen 1930er Jahren bis 1965 entstanden sind, in die Sammlung übergeben. Nagels Werk steht gleichberechtigt neben Arbeiten von Heinrich Zille, Käthe Kollwitz, Lea Grundig oder Hans Baluschek.
Das Stadtmuseum Berlin war bereits im Besitz von 23 Gemälden, 82 Zeichnungen und Pastellen sowie archivalischen Dokumente des Künstlers. Durch die Schenkung der Berliner Sparkasse entsteht nun einer der bedeutendsten Otto-Nagel-Bestände überhaupt.
Ergänzt wird die Schenkung durch Otto-Nagel-Portraits anderer Künstler sowie durch 50 Blatt grafischer Ansichten Berlins vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

In seiner sozialkritischen Malerei widmete sich Nagel der Darstellung des Menschen. Häufig porträtierte er Arbeiter und Arbeiterinnen in ihrem Alltag, um auf ihre Lebensbedingungen aufmerksam zu machen. "Das Malen ist mir keine Sache der Äußerlichkeit. Ich muß den Menschen, den ich malen will, kennen, muß um sein Leben wissen, um ihn überhaupt richtig sehen zu können.", so Nagel. Neben seinen Porträts gibt es zahlreiche Berliner Stadtlandschaften und - weniger bekannte - Stillleben.
Otto Nagel, der während der Zeit des Nationalsozialismus verschiedenen Repressalien ausgesetzt war und Arbeitsverbot erhielt, war in den 1950er und 1960er Jahren Vorsitzender des Verbandes der Bildenden Künstler der DDR und Präsident der Akademie der Künste der DDR.

Weitere Informationen zu Otto Nagel:
- freunde-schloss-biesdorf.de
- www.bundesstiftung-aufarbeitung.de
- www.artist-otto-nagel.de/