Würfelskulptur von Sol LeWitt, 1993, Foto: kuag

In Zeiten der Corona-Krise Ausstellungen zu besuchen, geht nur noch vereinzelt, deshalb greifen wir unsere alte Serie auf, die sich zeitgenössischen Kunstprojekten im Stadtraum gewidmet hat: bspw. der Würfelskulptur von Sol LeWitt, 1993

Ort:
Familiengericht
Hallesches Ufer 62
10963 Berlin-Kreuzberg


Sol Lewitt (1928 Hartford/USA - 2007 New York) gehört zu den Pionieren des Minimalismus und der Konzeptkunst. Charakteristisch für seine Bilder, Skulpturen und Zeichnungen ist die äußerste Reduktion von Farbe, Struktur und Form. Sol Lewitt, als Künstler international renommiert und mehrfach auf der documenta vertreten, hat sein künstlerisches Vokabular aus einfachen geometrischen Formen entwickelt. Besonders in seinen skulpturalen Werken bediente er sich der offenen modularen Struktur des Würfels als Grundbaustein. Schön zu sehen in seiner klar geordneten Würfelskulptur von 1993 vor dem Familiengericht (Architekt: Oswald Mathias Ungers).

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Würfelskulptur von Sol LeWitt, 1993, Foto: kuag

Die Würfelskulptur korrespondiert als weißer Kubus mit der Geometrie der Architektur, die sich gleichfalls durch strenge geometrische Ordnungsraster auszeichnet. So ist bspw. bei der Fassadengestaltung das Quadrat ein immer wiederkehrendes Element, das Sol LeWitt in der Gitterstruktur seiner Skulptur aufgreift.


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Familiengericht, Foto: kuag

Literatur:
Klaus Bußmann; Kasper König (Hg.): Skulptur Projekte in Münster 1987, Köln 1987
Jörg Schellmann (Hg.): WallWorks, München 1999
The Museum of Modern Art (Hg.): Sol LeWitt-Structures 1962-1993, Oxford, 1993
Christina Bechtler; Charlotte Koerber (Hg.): Sol LeWitt. 100 Cubes, Stuttgart 1995