(Einspieldatum: 12.09.2002)

Neue Nationalgalerie | Korrespondenzen - Antithesen | Berlin

In ihrer Reihe „Räume des XX. Jahrhunderts“ zeigt die Neue Nationalgalerie unter dem Titel „RÄUME III: KORRESPONDENZEN - ANTITHESEN“ seit dem 20. September 2002 erneut Hauptwerke der Sammlung in ungewöhnlichen Konfrontationen. Jenseits der kunsthistorischen Chronologie und gegen alle vertrauten Stilzusammenhänge zielt die Neueinrichtung mit ihren Korrespondenzen und Antithesen auf frappierende Nachbarschaften. Plötzlich werden Dialoge zwischen Künstlern quer durch das 20. Jahrhundert geführt, wobei mit Werken von Schinkel und Runge auch Vorläufer des 19. Jahrhunderts eingeführt werden. Umgekehrt gilt, daß Leitthemen in einem Raum in völlig verschiedenen künstlerischen Positionen anschaulich werden.
Faszinierend deutlich wird zweierlei: Zum einen wird die unendlich reiche Grammatik der künstlerischen Möglichkeiten des 20. Jahrhunderts von der Karikatur bis zur Elementarsprache reiner Geometrie völlig neu erlebbar. Zum anderen treten über die Formenarsenale die großen Themen des Jahrhunderts klarer zutage, die ganz unterschiedliche künstlerische Potenzen an sich zu binden vermögen. Eine scheinbar gut bekannte Sammlung erhält so durch völlig unorthodoxe Korrespondenzen und Antithesen, die von Runge bis Feininger, von Barlach bis Baselitz und von Corinth bis Bacon und Heisig reichen, ganz neue Aussagekräfte zu dem so verwirrend vergangenen Jahrhundert.
„RÄUME III: KORRESPONDENZEN - ANTITHESEN“ ist die Fortsetzung von „Räume I“, die sich seit März 2002 in der Neuen Nationalgalerie ganz auf das im 20. Jahrhundert so wichtig werdende Phänomen der Künstlerräume konzentrierten. Parallel ist im Hamburger Bahnhof ist seit Juli 2002 „Räume II“ mit Werken aus den Sammlungen der Nationalgalerie zu sehen, bereichert durch zahlreiche Leihgaben.


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