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Berlin Daily 22.05.2019
Gibt es Kunst gegen Rechts?

19 Uhr: mit Harald Welzer und Raimar Stange.
Im Rahmen der Ausst. GLOBAL NATIONAL - Kunst zum Rechtspopulismus. Haus am Lützowplatz (HaL) | Lützowplatz 9 | 10785 Berlin

(Einspieldatum: 11.03.2015)

Landschaften der Seele

bilder

Matthias Lautner, Creaking (Nr.2), 2015, Öl und Acryl auf Leinwand, 40 x 50 cm

Mit einer Gemeinschaftsausstellung von Thomas Gänszler und Matthias Lautner eröffnet die Galerie bäckerstrasse wien ihre Dependance in Berlin. Alexander Urban entwickelt sein Programm in enger Kooperation mit der Wiener Galerie, möchte, wie seine dortige Kollegin Gabriele Schober, vor allem der jungen Kunst einen Ausstellungsort anbieten. Und so bespielt er die neuen Räume, die mit ihren weißen Backsteinwänden einen eher ungewöhnlichen Rahmen bilden, mit Arbeiten der beiden jungen österreichischen Künstler.

Ungewöhnlich ist auch das erweiterte Galeriekonzept: Alexander Urban und Marie Le Fèbvre, beide Parfumexperten und in den letzten Jahren für namhafte Pariser Häuser tätig, gründeten mit Urbans Scents ihre eigene Parfummanufaktur. Im hinteren Teil der Galerie werden nun hochwertige Düfte entworfen, mit Namen wie Lost Paradise oder Sensual Blend. Spezielle Editionen mit Künstlern sind geplant.

Die Gemälde und Objekte der aktuellen Ausstellung führen in autonome Bildwelten und Grenzbereiche zwischen Wirklichkeit und Konstruktion. Eine Frau, barfuß und lediglich mit einem Sommerkleid bekleidet, steht in einer Waldszene, alleine, den Blick nach oben gewendet. Bäume und der Waldboden sind in Auflösung begriffen, verorten die fast fotorealistisch gemalte Figur in einer Traum- oder aber einer traumatischen Szene (Matthias Lautner: The Missing Tower, 2014, Öl und Acryl auf Leinwand). In Rückenansicht sitzt die junge Frau am Bildrand, auch sie blickt ernst und gedankenverloren in einen nicht näher zu bestimmenden Raum (The Judge, Öl und Acryl auf Leinwand, 2015).

Lautner wählt seine Bildmotive aus seinem "Archiv der Erinnerungen", wie Silvia Aigner, Chefredakteurin der österreichischen Kunstzeitschrift PARNASS und der Galerie bäckerstrasse seit langem verbunden, im Vorwort zum Katalogheft ausführt. Die Figuren wenden sich vom Betrachter ab, dem nicht sichtbaren Geschehen in den Bildräumen zu; lediglich die Titel weisen auf mögliche Geschichten, lassen die Gefühlszustände der Protagonisten erahnen.

Beide Künstler sind Wiener, werden seit 2008 von der Galerie bäckerstrasse vertreten. Lautner (geb. 1981) studierte bei dem Künstlerduo Markus Muntean/ Adi Rosenblum an der Akademie der bildenden Künste in seiner Heimatstadt und legt den Schwerpunkt seiner Arbeit auf die Malerei. Thomas Gänzler (geb. 1982) ist ehemaliger Meisterschüler von Erwin Wurm und setzt sich in seinen Grafiken und Objekten mit unterschiedlichen Materialien auseinander.


Thomas Gänzler, tiefe ll (I am nature), 2015, Lack auf beschichteter Spanplatte, 60 x 80 cm

Die schwarze Farbe öffnet sich in helle Felder, zeichnet Spuren der Auflösung oder der Verdichtung nach (Thomas Gänszler: tiefe I - VIII, I am nature, 2015, Lack auf beschichteter Spanplatte). Gänzlers Sprüharbeiten verweigern sich einer Narration, überlassen dem Betrachter das Sichtbar-Werden. Auch seine Objekte fordern das Sich-Einlassen, eher auf Prozesse als auf Zuordnungen.

Die Arbeit transport I (Kunststoff, Lack, Zement, 2015) wirkt auf den ersten Blick wie ein Fundstück: Rohrstücke, miteinander verbunden, auf Zementplatten fixiert. Doch Gänzlers Skulpturen "geben nur vor, Gebrauchsgegenstände zu sein" (Aigner). Neun weiße Stangen verbinden sich zu einem offenen Raum, dessen Funktion im Unklaren bleibt, eine Abgrenzung bildet oder vielleicht auch einem Schutz.
Fanatasie und Apokalypse liegen nah beieinander.

Lautner / Gänszler
bis 2. Mai 2015
Alexander Urban
Galerie bäckerstrasse Berlin
Eisenacher Str. 57
10823 Berlin – Schöneberg
baeckerstrasse-berlin.com

Dr. Barbara Borek

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