(Einspieldatum: 07.07.2017)

Emma Lavigne und die Lyon Biennale 2017

bilder

Emma Lavigne, © kuag

Wir trafen letzte Woche Emma Lavigne, die Direktorin des Centre Pompidou-Metz und Kuratorin der diesjährigen 14. Lyon Biennale. In einem kurzen Statement hat sie uns ihr Konzept erklärt, das dieses Mal unter der Vorgabe des künstlerischen Leiters, Thierry Raspail, unter dem Motto Moderne stehen soll.

Emma Lavigne: “Die diesjährige Edition der Lyon Berlinale läuft unter dem Titel “Floating Worlds”. Floating bezieht sich auf ein Konzept aus der japanischen Literatur. Es lehnt sich an den Begriff ukiyo-e, der das Bewusstsein über die sich ständig verändernde Welt beschreibt.

Ich verbinde dieses Konzept der japanischen Literatur mit der heutigen Stimmung, besonders beeinflusst durch den Philosophen Zygmunt Bauman, der viel über das Konzept der modernen Liquidität der Welt geschrieben hat. Die Tatsache, dass Menschen durch Strömung verbunden und getrennt werden, sowie durch die Beschleunigung der Zeit.

Im Kontext der rasenden Globalisierung wird sich die Welt bewusst, dass man untersuchen muss, wie einige Künstler die Wahrnehmung erweitern oder wie sich die Definitionen in der Kunstwelt verändern.

Diese Biennale wird voller Klang sein - ein Ozean von Klängen - es wird Filme, Poesie und Literatur geben und das sagt viel über die Idee der Offenheit in Kunstwerken aus. Die Tatsache, dass Künstler diese erstaunliche Freiheit besitzen können, die die Grenzen all dieser Felder und Kunstwerke erweitert. Es kann eine Ausflucht werden, oder die Möglichkeit Teil dieser Welt zu sein.”

Die 14. Lyon Biennale präsentiert im Gegensatz zur 12. Lyon Biennale, die unter dem Motto Transmission stand, unter dem Motto Moderne hauptsächlich Künstler ab 1950, die sich jedoch auch auf Positionen zu Beginn des letzten Jahrhunderts beziehen.
Wurde die Biennale 2013 noch durch Namen wie u.a. Ed Adkins, Paul Chan, Trisha Baga, Matthew Barney, Roe Ethridge bzw. Neil Beloufa und Helen Marten geprägt, stehen 2017 namhafte Repräsentanten der Nachkriegsmoderne im Fokus. Namen wie Heinz Mack und Otto Piene, Lucio Fontana, Marcel Broodthaers und Alexander Calder repräsentieren signifikant Strömungen der Kunst des letzten Jahrhunderts.
Tomas Saraceno, Jorinde Voigt und Cerith Wyn Evans gehören als Jüngere jedoch ebenfalls zu den ausgewählten Künstlern.

Noch ein paar Zahlen:
Die Lyon Biennale 2013 verfügte bei 73 Künstlern mit 486 Punkten über einen Konzentrationswert von 6.6575.
Die Lyon Biennale 2017 verfügt bei 65 Künstlern mit 624 Punkten über einen Konzentrationswert von 9.6.

Zum Vergleich:
Während alle documenten einen Konzentrationswert von 8,4492 aufweisen, zeigt sich, dass die documenta 9, 1992 von Jan Hoet kuratiert, mit einem Konzentrationswert von 10,4492 noch hinter dem Konzentrationswert der documenta 11 von 2002 mit 11,5 von Okwui Enwezor liegt.
Die Whitney Biennale hat über alle Ausgaben gesehen einen Konzentrationswert von 5,4611 bei allerdings 733 Künstlern.

Konzentrationswert:
Wir haben die Meta Daten von über 500 Veranstaltungen (Entitäten) erfasst, und dabei über 65.000 Daten zu 31.000 Künstlern erhalten. Über 7.000 sind mehr als einmal vertreten. Der Konzentrationswert einer Veranstaltung ergibt sich aus der Anzahl der Künstlerdaten (der teilnehmenden Künstler), die durch die Anzahl der teilnehmenden Künstler geteilt werden.

14E BIENNALE D'ART CONTEMPORAIN
Du 20 sept. 2017 au 7 janv. 2018
labiennaledelyon.com/

Update: Künstlerliste

  1. Marcel Broodthaers - 28

  2. Cildo Meireles - 27

  3. Ernesto Neto - 24

  4. Alexander Calder - 22

  5. Lucio Fontana - 22

  6. Tomas Saraceno - 21

  7. Hans Haacke - 21

  8. Doug Aitken - 19

  9. Cerith Wyn Evans - 19

  10. Damian Ortega - 18

  11. Apichatpong Weerasethakul - 18

  12. Otto Piene - 17

  13. Rivane Neuenschwander - 17

  14. Anna Maria Maiolino - 16

  15. Jorinde Voigt - 16

  16. Robert Barry - 16

  17. Diana Thater - 15

  18. Heinz Mack - 15

  19. George Brecht - 15

  20. Melik Ohanian - 15

  21. Alberto Burri - 13

  22. Shimabuku - 12

  23. Christodoulos Panayiotou - 12

  24. Jochen Gerz - 11

  25. Hans Arp - 10

  26. Lara Almarcegui - 10

  27. Pratchaya Phinthong - 10

  28. Fernando Ortega - 9

  29. Lygia Pape - 9

  30. Hector Zamora - 9

  31. Dadamaino - 9

  32. Jan Mancuska - 8

  33. Jill Magid - 8

  34. Anawana Haloba - 8

  35. Lotty Rosenfeld - 8

  36. Bruce Conner - 7

  37. Daniel Steegmann Mangrane - 6

  38. Robert Breer - 6

  39. Laurie Anderson - 5

  40. Celeste Boursier-Mougenot - 5

  41. Ewa Partum - 5

  42. Paolo Scheggi - 5

  43. David Medalla - 5

  44. Philip Corner - 4

  45. Icaro Zorbar - 4

  46. Davide Balula - 4

  47. Camille Norment - 4

  48. Ari Benjamin Meyers - 4

  49. Brion Gysin - 4

  50. Yuko Mohri - 3

  51. Julien Creuzet - 3

  52. Dominique Blais - 3

  53. Renaud Auguste-Dormeuil - 3

  54. Julien Discrit - 2

  55. Philippe Quesne - 2

  56. Marco Godinho - 2

  57. David Tudor - 2

  58. Richard Buckminster Fuller - 2

  59. Dario Villalba - 2

  60. Elisabeth S. Clark - 1

  61. Berger & Berger - 1

  62. Lars Fredrikson - 1

  63. Hao Jingfang & Wang Lingjie - 1

  64. Susanna Fritscher - 1

  65. Ola Maciejewska - 1




ct

weitere Artikel von ct

Newsletter bestellen



Kataloge/Medien zum Thema:

top

Titel zum Thema :

ART COLOGNE 2018
Insgesamt sind 200 internationale Galerien aus 31 Ländern auf der diesjährigen Art Cologne (19. bis 22. April 2018) versammelt, darunter die folgenden Teilnehmer aus Berlin:

museumFLUXUS+studis 2018
Das museumFLUXUS+ ruft zum diesjährigen Wettbewerb museumFLUXUS+studis auf! Die Ausstellung findet im Mai/Juni statt.

Von der Unternehmensberatung zur Kunst
Die Autodidaktin Anna Schiller stellt in der Martin Mertens Galerie aus.(Sponsored Content)

Dahin - Dorthin: Kunst am Wochenende
Zwei Tipps für morgen und fürs Wochenende:
Galerien-Rundgang Charlottenburg - Wilmersdorf und
Ausstellungs- und Eröffnungswochenende der Kolonie Wedding

Ideenwettbewerb „Werkstatt der Kulturen“ 2018
Ausschreibung: Die Senatsverwaltung für Kultur und Europa will einen Austausch über neue Ideen und alternative Konzepte anregen, um die „Werkstatt der Kulturen“ weiterzuentwickeln.

Archivierte Bedeutungen – „Unboxing Photographs“ in der Kunstbibliothek
Ausstellungsbesprechung: Das Archiv ist kein neutraler Ort. In ihm werden nicht nur Objekte gesammelt, sondern vielmehr Realitäten erzeugt und für die Nachwelt aufbereitet.

Vorschau: berlin daily (bis 25.02. 2018)
"berlin daily" mit Tagestipps zu Veranstaltungen rund um die zeitgenössische Kunst in einer wöchentlichen Vorschau:

Neuer Preis für Porträtphotographie: August-Sander-Preis
Nur noch eine Woche Zeit, um sich zu bewerben ...

Eine Ausstellung ist eine Ausstellung ist eine Ausstellung...
Von einem Ausflug nach Wolfsburg: Im Kunstmuseum Wolfsburg dreht sich alles um den Loop.

Forum Expanded: A Mechanism Capable of Changing Itself
Ausstellungsbesprechung: Wer die Ausstellung „A Mechanism Capable of Changing Itself“ in der Akademie der Künste am Hansaweg besucht, braucht Zeit. Viel Zeit.

Neues von der Berlin Art Week
Informationen: Seit 2012 findet die Berlin Art Week statt - ein Großereignis zur zeitgenössischen Kunst, ...

Fingerübungen – es wird weiter gemalt
Nur noch heute und morgen: die Ausstellung "Canvas. Junge Malerei aus Prag, Dresden und Berlin" im Tschechischen Zentrum Berlin.

Stiftung Preußischer Kulturbesitz erhält den Nachlass von Leni Riefenstahl
Information: Fotografie- und Filmbestände, Manuskripte, Briefe, Akten und Dokumente von Leni Riefenstahl gehen in den Besitz der Stiftung Preußischer Kulturbesitz über.

Adrian Piper erhält Käthe-Kollwitz-Preis 2018
Adrian Piper wird mit dem Käthe-Kollwitz-Preis 2018 ausgezeichnet, mit dem die Akademie der Künste die international arbeitende Künstlerin und analytische Philosophin ehrt.

Falkenrot Preis 2018 an Jana Gunstheimer
Und noch ein Preis: Jana Gunstheimer (*1974) erhält den Falkenrot Preis 2018, der zum zwölften Mal durch das Künstlerhaus Bethanien Berlin vergeben wird.

top

zur Startseite





Berlin Karte Galerie Ausstellungen

Berlin Daily 23.02.2018
Vortrag & Lesung
19.30 Uhr: mit Natasha A. Kelly über den US-amerikanische Aktivist, Philosoph und Soziologe W.E.B. Du Bois im Rahmen des Festivals BLACK HISTORY MONTH 2018. Werkstatt der Kulturen | Wissmannstraße 32 | 12049 Berlin

Anzeige
rundgang

Anzeige
berlin

Anzeige
Atelier

Anzeige
karma


Anzeige Galerie Berlin

Werkabbildung
Kommunale Galerie Berlin




Anzeige Galerie Berlin

Werkabbildung
ZKR Zentrum für Kunst und öffentlichen Raum
Schloss Biesdorf




Anzeige Galerie Berlin

Werkabbildung
Kunsthochschule Berlin-Weißensee




Anzeige Galerie Berlin

Werkabbildung
Kunsthochschule Berlin-Weißensee




Anzeige Galerie Berlin

Werkabbildung
Haus am Kleistpark