documenta 15, Foto: art-in-berlin

Nach dem Skandal der letzten documenta, die wegen des Vorwurfs des Antisemitismus in heftige Kritik geraten ist, hat es zahlreiche Diskussionen und Rücktritte gegeben. Um die Fehler der vergangenen documenta aufzuarbeiten und zukünftig die Wahrung der Menschenwürde und der Kunstfreiheit sicherzustellen, hat der Aufsichtsrat der documenta gGmbH die METRUM - Unternehmensberatung für Kultur beauftragt, Vorschläge und Strategien zu entwickeln.

Basierend auf diesen Empfehlungen haben sich die Gremien der documenta und Museum Fridericianum gGmbH einen "Code of Conduct" auferlegt. Dieser gilt jedoch nicht für die künstlerische Leitung, obwohl die Beratungsfirma ursprünglich zwei Verhaltenskodexe vorgeschlagen hatte. Bereits im Vorfeld gab es öffentlichen Widerstand gegen diese Entscheidung.

Die künstlerische Leitung wird nun stattdessen aufgefordert, ihr Konzept auf einer gemeinsam mit der documenta und Museum Fridericianum gGmbH ausgerichteten öffentlichen Veranstaltung vorzustellen. Dabei sollen sie erläutern, wie sie die Achtung der Menschenwürde gewährleisten wollen und wie dies in der von ihnen kuratierten Ausstellung umgesetzt wird.

Gemäß den Empfehlungen von METRUM wird ein wissenschaftlicher Beirat mit sechs Mitgliedern eingerichtet. Der/die Vorsitzende des Beirats wird als beratendes Mitglied ohne Stimmrecht in den Aufsichtsrat aufgenommen. Zudem werden die Aufgaben von Geschäftsführung und Künstlerischer Leitung klar voneinander abgegrenzt

Damit scheint der Weg für die Suche nach einer neuen Findungskommission geebnet. Die Praxis wird zeigen, ob sich die neuen Regelungen bewähren und sich zum Beispiel die neue Findungskommission nicht von vornherein mit Misstrauen konfrontiert sieht.