Jochen Gerz, 2012, Foto: © Inge Zimmermann
„Ich hatte das Gefühl, dass ich nicht als mein Archivar enden wollte“ (Jochen Gerz)
Wie die Akademie der Künste letzte Woche mitteilte, hat der Konzeptkünstler Jochen Gerz (*1940 in Berlin) hat in einem ersten Schritt sein Schriftgut-Archiv sowie eine Auswahl von Kunstwerken aus verschiedenen Jahrzehnten und Werkkomplexen, Objekte und Requisiten aus Performances und Installationen der Akademie der Künste übergeben. Der Künstler ist seit 1994 Mitglied der AdK.
Jochen Gerz' künstlerischer Fokus liegt auf den Themen Erinnerung und Geschichte in ihren politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Dimensionen. Sein vielseitiges Werk bewegt sich an der Schnittstelle verschiedener Kunstformen, darunter Literatur, Performance und bildende Künste, und umfasst ebenso partizipative Projekte im öffentlichen Raum. Ein zentrales Anliegen seiner Arbeit ist die radikale Neudefinition des Verhältnisses zwischen Kunstwerk und Betrachtenden.
Biografisches:
Jochen Gerz lebte von 1966 bis 2007 in Paris und ist heute in Irland ansässig; 1959–1963 Studium der Literatur, Sinologie und Urgeschichte in Köln, London und Basel; 1968 mit Jean-François Bory Begründer des alternativen Autorenverlags „Agentzia“ (v. a. Künstler und Autoren von „Visual Poetry“); seit Ende der 1960er-Jahre Arbeit mit den neuen Medien (Videokunst), nach ersten partizipatorischen Interventionen im öffentlichen Raum entstanden Foto/Texte, Installationen, Performances und Videos; Institutionskritik und Kritik am Kunstbegriff; 1976 zusammen mit Joseph Beuys und Reiner Ruthenbeck im deutschen Pavillon der 37. Biennale in Venedig; 1977 und 1987 Teilnahmen an der documenta (d6, d8); Einzelausstellungen und Retrospektiven in europäischen und nordamerikanischen Museen; 1982 Rückkehr in den öffentlichen Raum; Autorenprojekte seit der Jahrtausendwende als Transformation von Kunst und Gesellschaft. (PM)






