Modellbild Berlin Biennale 2026, Foto: art-in-berlin

Vom 5. Juni bis zum 12. September 2027 findet die 14. Ausgabe der Biennale für zeitgenössische Kunst statt. Angesichts politischer Umbrüche und überlagerter Zeitschichten dehnt die Biennale den Bezugsrahmen Berlins weit nach Osten aus – vom Baltikum über Mitteleuropa und den Balkan bis in den Südkaukasus.
Kurator Vasyl Cherepanyn stellt die Schau unter das Leitmotiv Central Europe Eastern Time und kehrt die gewohnte Blickrichtung um: Statt Osteuropa aus westlicher Distanz als Peripherie zu betrachten, liest die Ausstellung Berlin und Europa von jenen östlichen Regionen her. Dabei verbindet der Titel Geografie und Zeitzone im Sinne des „Chronotopos“, bei dem Raum und historische Zeit verschmelzen.

In der Stadt selbst analysiert das Projekt die Spuren des Ost-West-Verhältnisses in Architektur, Institutionen und Gesellschaft. Neben festen Häusern wie den KW Institute for Contemporary Art und dem Hamburger Bahnhof bezieht die Schau Außenräume ein, an denen Fragen zu Klasse, Arbeit und Staatsbürgerschaft den Alltag prägen. Mittels dieser Kartierung verknüpft sie lokale Befunde mit übergeordneten regionalen Machtstrukturen.

Cherepanyn, promovierter Philosoph und Mitbegründer des Visual Culture Research Center (VCRC), organisierte zuvor unter anderem die dezentrale Kyiv Biennial, die 2025 international tourte und 2026 in den Berliner KW Station machte. (siehe unsere Besprechung dazu: hier)

14. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst – Central Europe Eastern Time
Laufzeit:
5. Juni – 12. September 2027

Eröffnung:
Freitag, 4. Juni 2027, 19 Uhr

Ausstellungsorte:
KW Institute for Contemporary Art (Auguststraße 69, 10117 Berlin), Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart (Invalidenstraße 50–51, 10557 Berlin) sowie weitere Orte im Berliner Stadtraum

www.berlinbiennale.de

Die seit 1998 im Zweijahresrhythmus ausgerichtete Biennale wird vom Verein KUNST-WERKE BERLIN e. V. getragen und seit 2004 von der Kulturstiftung des Bundes als kulturelle Spitzeneinrichtung gefördert.