Ausstellungsansicht „Zerreißprobe. Kunst zwischen Politik und Gesellschaft. Sammlung der Nationalgalerie 1945-2000“, mit der „Patriotischen Familie“ von Maria Lassnig, Neue Nationalgalerie, © Neue Nationalgalerie, Stiftung Preußischer Kulturbesitz / David von Becker

Kulturforum Berlin, Neue Nationalgalerie
Potsdamer Straße 50, 10785 Berlin
Di – Mi 10 – 18 Uhr, Do 10 – 20 Uhr, Fr – So 10 – 18 Uhr

Dank der privaten Initiative von Birgit und Thomas Rabe können ab Frühjahr 2025 Werke von *Maria Lassnig, Ewa Partum und *Cornelia Schleime für die Sammlung der Nationalgalerie erworben werden. Die jährliche Zuwendung von 1 Million Euro ist zunächst auf drei Jahre begrenzt und soll vor allem dem Ankauf von Werken von Künstlerinnen dienen. Die Kooperation verschafft der Neuen Nationalgalerie trotz ihres geringen Ankaufsetats neuen Handlungsspielraum. Zehn Werke konnten bereits mit der diesjährigen Zuwendung erworben werden.

Angekauft wurden u.a.:
- „Patriotische Familie“ (1963) der österreichischen Künstlerin Maria Lassnig (1919-2014).
Maria Lassnig widmete sich in ihren Bildern der Selbsterforschung oder wie sie es nannte, dem "Körperbewusstsein". Nach ihrer Auffassung liegt die einzige Wahrheit in der Gefühlswelt, die vom "Körperbewusstsein" getragen wird.

- „Selbstidentifikation“ (1981), eine sechsteilige Fotoserie der polnischen Künstlerin Ewa Partum (*1945). Zusätzlich konnte die Sammlung als Geschenk der Künstlerin die wichtige Videoarbeit „Change“ (1974) erhalten.
Ewa Partum zählt zu den Wegbereiterinnen feministischer Kunst in Polen. In ihrer Serie "Selbstidentifikation" zeigt sie sich nackt im öffentlichen Raum Warschaus, um mit ihrer Kunst autoritätskritische, systemkritische und feministische Themen zu verbinden. Nacktheit dient ihr dabei als Ausdruck des Widerstands gegen gesellschaftliche Normen und konservative Werte.

- „Selbstinszenierung. Bondage“ (1982) / "Ich halt‘ doch nicht die Luft an" Selbstinszenierung in Hüpstedt“ (1982) / Super 8 Film „Unter weißen Tüchern“ (1983) von Cornelia Schleime (*1953).
Schleime lebte in der DDR und unterlag einem Ausstellungsverbot. In ihren Fotos und Filmen thematisiert sie die Repressionen des DDR-Regimes. So zeigt sie sich bspw. gefesselt und geknebelt – jedoch nie als Opfer, sondern als mutige Widerständige.

Alle Erwerbungen sind aktuell in der Sammlungspräsentation „Zerreißprobe. Kunst zwischen Politik und Gesellschaft. Sammlung der Nationalgalerie 1945 – 2000“ zu sehen.

Neue Nationalgalerie
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D-10785 Berlin
www.smb.museum