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Interviewreihe zum Spreewälder Kunstfestival aquamediale

von chk (03.09.2021)
vorher Abb. Interviewreihe zum Spreewälder Kunstfestival aquamediale

the big family, © Jim Avignon

Die aquamediale ist ein internationales Festival für zeitgenössische Kunst im Spreewald und seit 19 Jahren fester Bestandteil des brandenburgischen Kultursommers.

Elf Künstler*innen aus acht Nationen begleiten die aquamediale 14 und visualisieren das Thema „Hand Werk Kunst“ in ihren Arbeiten. Über die Dauer der aquamediale stellen wir auf art-in-berlin in regelmäßigen Abständen die Künstler*innen in Kurzinterviews vor:

Nach Nadine Glas, Dan Farberoff & David Behar Perahia, Marie-Annick Le Blanc, Mark Swysen, Sol Namgung, Robin Zöffzig folgt heute Künstler in dieser Reihe Jim Avignon.

aib: Das Kunstfestival aquamediale hat zum Motto „Hand Werk Kunst“. In welchem Verhältnis stehen für Sie die Begriffe Hand Werk Kunst?

Jim Avignon: Ich sehe es ganz wie Beuys - jeder Mensch ist ein Künstler. Wenn ein Handwerker / in sich zum Künstler berufen fühlt, dann hat das für mich durchaus dieselbe Relevanz wie zum Beispiel ein Konzeptkünstler, der ausschließlich im Geistigen kreativ tätig ist.


© Jim Avignon

aib: Was haben Sie vor Ort vorgefunden, was Ihr künstlerisches Interesse erregt hat?

Jim Avignon: Bei unserer Besichtigungstour sind wir an einem „Enten“-Donnerbalken vorbeigefahren. Bereits diese Formulierung ( bildhaft vom Fährmann erläutert ) hat meine Neugierde geweckt.
Bei meiner Arbeit habe ich dann versucht, eine spreewaldtypische Form zu destillieren und daraus einen Charakter zu modellieren. Ich habe die zwei Hälften eines durchgesägten Kahns so zusammengesetzt, dass daraus ein Entenkopf entstanden ist ( wahrscheinlich inspiriert von Picasso, der in einem Fahrradlenker und Sattel einen Stierkopf sieht)

aib: Wie wichtig war der Austausch vor Ort (mit den anderen Künstler*innen / mit den Menschen vor Ort oder den Organisatoren)?

Jim Avignon: Das wäre sehr schön gewesen, wenn wir alle gleichzeitig vor Ort gearbeitet hätten. Aber dank Covid19 war das ja leider nur sehr eingeschränkt möglich. Ich habe mit großem Interesse die Arbeiten der anderen Künstler studiert und bin beeindruckt von der Vielfalt der Ergebnisse.

aib: Sie charakterisieren sich als als Abenteurer, den die Neugierde aufs Leben immer wieder neue Wege gehen lässt. Welche neuen Wege sind Sie im Spreewald gegangen bzw. welche neuen Wege haben sich hier eröffnet ?

Jim Avignon: Ich bin ja hauptsächlich Maler und eher unerfahren im 3 dimensionalen Arbeiten. Wenn überhaupt, dann habe ich bis jetzt Pappkartons aufgetürmt und angemalt. Eine in sich stimmige Form zu entwickeln, war eine interessante Herausforderung für mich.


© Jim Avignon

aib: Inwieweit schlägt sich der Gegensatz von Stadt und Land in Ihren Arbeiten für die Aquamediale nieder?

Jim Avignon: Ich bin selbst auf dem Land großgeworden und habe erst mit 20 das Leben in der Stadt kennen- und liebengelernt. Seit 30 Jahren wohne ich nun in Berlin ( für 7 Jahre auch in New York) und bereue es keine Minute. Mich zieht es aber auch immer wieder aufs Land, ich mag einfach die Abwechslung zwischen beiden Welten. Für meine Arbeit macht es keinen großen Unterschied, ob ich auf dem Land oder in der Stadt arbeite. Mein Werk könnte genau so gut auch im Garten/Hof eines Clubs in Berlin stehen

Website: Jim Avignon

Unter dem Thema „Hand Werk Kunst“ ist die Kunstausstellung am, im und auf dem Wasser bis zum 18. September 2021 im Spreewalddorf Schlepzig zu sehen.

aquamediale.dahme-spreewald.info



© Jim Avignon

chk

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